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deutsche kreativbrauer e.v. – wer, was, wie und warum? ;)

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seit einigen tagen ist das netz voll von meldungen, die allesamt den #natürlichgehtmehr tragen. dabei geht es um den verein „deutsche kreativbrauer e.v.“, gegründet im januar 2016, vor wenigen tagen an die öffentlichkeit getreten und nun auch mit erstem kreativsud am start. ich hab jetzt endlich mal ein bisschen zeit gefunden, da mal reinzulesen und dachte – wieso nicht gleich für euch mit 😉

wer?

gegründet wurde der verein in oberelsbach (unterfranken). mit von der partie:

  • andreas seufert von pax bräu (oberelsbach)
  • julia (yeah!) und oliver wesseloh von der kehrwieder kreativbrauerei (hamburg)
  • kolja gigla und alexander herold von der mashsee brauerei (hannover)
  • johannes heidenpeter von heidenpeters (berlin)
  • maximilian krieger vom riedenburger brauhaus (riedenburg)
  • christian hans müller von hanscraft & co. (aschaffenburg, ab juli niedernberg)
  • thorsten schoppe von schoppe bräu (berlin)
  • simon siemsglüss von buddelship (hamburg)
  • thomas wachno von hopfenstopfer / häffner bräu (bad rappenau)
  • fritz wülfing von ale mania (bonn)

ein bunter haufen kreativer köpfe und brauer, die gemeinsam etwas bewegen wollen – und zwar in folgende richtung: weg vom aktuell geltenden reinheitsgebot (oder auch vorläufigen biergesetz), hin zum brauen mit natürlichen zutaten 😉

was?

mit diesem zusammenschluss – ich vermute, an diesem besagten gründungstag – es war ein samstag – saß man bei einem fabelhaften bier beisammen (und wenn dem nicht so war, lasst mich doch bitte trotzdem in dem glauben – in meinem kopf sieht das sehr gut aus! ;)) – möchten die jungs, gemeinsam mit der frau (yeah! -> immer gut, ne frau an bord zu haben!), sich für ein qualitätsstandard einsetzen, welches auch den kreativ(st)en brauern und brauerinnen (yeah!) die möglichkeit gibt, ihre außergewöhnlichen biere unters volk zu bringen, ohne angst haben zu müssen, dass man ihnen wegen nicht-beachtung des reinheitsgebots – milde gesagt – ans bein pinkelt. ein einsatz also für die kreativen, kleineren brauereien, die mit ihren freshen ideen und natürlichen zutaten, die nicht ins reinheitsgebot passen, in den startlöchern stehen.

wie?

die deutschen kreativbrauer richten sich stattdessen nach dem natürlichkeitsgebot. dieses besagt, dass ausschließlich natürliche rohstoffe verwendet werden dürfen. extrakte und künstliche hilfsstoffe: absolutely not! gewürze, kräuter und früchte hingegen: yeeees!

ziel ist eine landesweite einheitliche regelung, die das brauen mit natürlichen zutaten gestattet, ohne dafür eine sondergenehmigung beantragen zu müssen.

der verein bietet aufklärung, beratung, erfahrungsaustausch, veranstaltungen und puuuh, einiges mehr 🙂 entspricht ein bier den qualitätsrichtlinien des natürlichkeitsgebots, darf es dieses siegel tragen:

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bildquelle und weitere infos: deutschekreativbrauer.de

gegen eine lizenzgebühr dürfen auch nicht-mitglieder dieses siegel für ihr bier nutzen, solange sie damit  – bzgl. der zutaten, als auch bzgl. des brauvorgangs – die anforderungen dieses gebots erfüllen. wer sich da mal schlaumachen möchte, findet hier alle wichtigen infos.

warum?

chemische filterstoffe, zuckerzusätze und co. dürfen beim bierbrauen problemlos eingesetzt werden. will man jetzt aber als kleine, handwerkliche brauerei ein paar beerchen, kräuter oder andere „dieser komischen zutaten“ verwenden, braucht man eine sondergenehmigung; anderenfalls darf man das getränk nicht als bier verkaufen.  diese genehmigung bekommt man in der regel ebenfalls problemlos (auch wenn das alles natürlich mit aufwand und kohle verbunden ist) – doch auch nicht überall, denn sie ist auslegungssache der einzelnen bundesländer: in bayern wird auf dem reinheitsgebot bestanden. durch durchsetzung des natürlichkeitsgebots möchte man eine einheitliche lösung schaffen und gleichzeitig künstliche hilfsstoffe rausschmeißen.

übrigens wurde das reinheitsgebot bereits einige male verändert – im jahr 1551 zum beispiel durfte man lorbeer und koriander als bierzutaten verwenden; 1616 kamen dann wacholder, salz und kümmel hinzu – wäre also nicht das erste mal, dass man da mal ein bisschen aufmischt 😉

unterm strich soll das reinheitsgebot also einerseits eingegrenzt (ausschließlich natürliche zutaten) und andererseits erweitert (früchte, gewürze und auch mal ne andere hefe) werden. dieses vorhaben bzw. dessen umsetzung scheint ein recht komplexes und teils wirres thema zu sein – zumindest hat es jetzt für mich beim lesen hier und da den anschein gemacht (und falls ich hier irgendwas falsch verstanden/wiedergegeben habe – her mit den infos! :)). umso besser, wenn da jetzt mal ein bisschen klarheit geschaffen wird! 🙂

ich jedenfalls bin gespannt, was da alles kommt. ach so, da kam ja bereits was 😀 vor einigen tagen wurde der 1. kreativsud gebraut, und zwar mit wacholder, kümmel und salz – und das ganze auch noch in bayern, wohooo! 😀 das rezept zum nachbrauen findet ihr übrigens hier. sollte team hopfenjunge sich irgendwann mal an eines dieser rezepte heranwagen, erfahrt ihr es natürlich 😉

tschüss, ihr rebellen! ❤

euer hopfenmädchen

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2 Kommentare zu „deutsche kreativbrauer e.v. – wer, was, wie und warum? ;)

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