ausflüge · geuze/gueuze · lambic/lambiek

ein kleiner einblick in die „toer de geuze“ 2017

dieses jahr haben wir uns mal die toer de geuze ein bisschen angeguckt – viel bzw. alles haben wir (leider!) nicht geschafft; in zwei jahren sind wir dann wieder dabei und checken die anderen brauereien 😉

für diejenigen, die damit jetzt gar nichts anfangen können: die toer de geuze ist ein schniekes event, das alle zwei jahre in belgien – und da in der provinz flämisch-brabant, flandern also – stattfindet. hier gibt es ein paar brauereien, die sich gänzlich den lambic-bieren widmen – welch herrliche idee 😀

gehen wir kurz noch einen schritt zurück – was ist ein lambic?

lambics oder auch lambieks sind belgische biere, die durch spontangärung entstehen. sie dürfen den namen lambic nur tragen, wenn sie eben in dieser region um brüssel herum gebraut wurden. das besondere: die bierwürze wird mehrere stunden lang gekocht und anschließend an der freien luft zum gären gebracht. damit dies passieren kann, braucht man eine gute luftzirkulation. es wird keine hefe zugesetzt; stattdessen werden hefen, die sich in der luft befinden (wilde hefen), sozusagen „eingefangen“.

bis so ein lambic fertig ist, dauert es bis zu ein paar jahren… die lagerung erfolgt in fässern. gebraut werden kann dabei nicht immer – im sommer ist es zu hot, im winter zu kalt, da kommt man jeweils nicht auf die gewünschte besiedlung der luft mit hefen. das typische an diesen bieren ist ein niedriger kohlensäuregehalt und mitunter der säuerliche geschmack, dennoch ist es sehr fruchtig und vor allen dingen auch sehr trocken. es erinnert teils etwas an apfelmost. für nicht-liebhaber schmeckt ein lambic in der regel a) abscheulich, weil b) vergoren – zumindest ist das so das, was ich bisher mitbekommen habe 😀 ich aber bin ein mega fan 😉

jetzt gibt es noch einige weiterverarbeitete varianten:

  • geuze (oder auch gueuze): hierbei wird eine mischung aus jungem (meist etwa ein jahr alt, noch nicht ganz vergoren) und altem (zwei bis drei jahre) lambic hergestellt. dieser verschnitt wird in flaschen abgefüllt, wo dann eine zweite gärung stattfindet. durch diese erhält das bier kohlensäure und wird typisch sauer. eine traditionell hergestellte geuze, ungefiltert, ungesüßt, lange (3 jahre) gelagert, trägt das wörtchen „oude“ (alt) davor -> immer darauf achten 😉
  • beim faro wird nach dem lambic-verschnitt kandiszucker zur flaschengärung hinzugegeben. dieses bier stammt aus brüssel.
  • kriek: ein fruchtlambic, welches mit frischen früchten versehen wird, die dann auch gerne mal bis zu anderthalb jahren im fass bleiben.  in der regel werden kirschen („kriek“ bedeutet „sauerkirsche“ auf flämisch) verwendet.

so, zurück zum event 🙂 dieses jahr wurde 20-jähriges jubiläum gefeiert, sodass die brauer einen tag draufgelegt und somit gleich 2 tage daraus gemacht haben. den samstag haben wir uns geschnappt und dafür eine bustour gebucht. mit diesem bus fährt man dann drei brauereien plus das besucherzentrum für lambics an und hat dort jeweils 1,5 bis 2 stunden zeit, sich umzugucken und natürlich auch etwas zu probieren und zu kaufen. insgesamt konnte man folgende brauereien und „stekereijen“ (hier wird das lambic lediglich verschnitten und somit geuze produziert – gebraut wird jedoch woanders) in unterschiedlichen touren besuchen:

  • boon (in lembeek)
  • de cam (in gooik)
  • de troch (in wambeek)
  • 3 fonteinen (in lot)
  • hanssens artisanaal (in dworp)
  • lindemans (in vlezenbeek)
  • mort subite (in asse)
  • oud beersel (in beersel)
  • tilquin (in bierk)
  • timmermans (in itterbeek)
  • das besucherzentrum de lambiek (in beersel)

wer so eine tour mal mitmachen und dabei bestimmte brauereien anfahren will, sollte früh buchen 😉 in unserem fall war schon fast alles ausgebucht und somit sind wir in einem bus gelandet, der bei oud beersel, boon und lindemans gehalten hat. da ich bisher jetzt nicht übermäßig viele (wenn auch ein paar, mittlerweile ;)) lambics probiert habe, außer der cantillon- in brüssel noch keine dieser brauereien besichtigen konnte und lediglich sicher weiß, dass mir ein faro keineswegs zusagt, war es für mich im prinzip recht egal, wo die reise hingeht. 🙂

während man bei oud beersel ne kleine führung bekommen hat, konnte man in den anderen beiden „läden“ einfach durchlatschen. die waren teils so groß und ähm …“wasn-das-fürn-teil“-like, dass man sich dort auch gern ma die ein oder andere erklärung gewünscht hätte, aber ich war so impressed, dass ich mich letztendlich aufs fotomachen – und probieren natürlich ;)) – beschränkt habe. ach so – speziell für die toer de geuze wird jedes mal die oude geuze megablend gebraut – ein gemeinschaftliches bier, das es dann auch bei einigen brauereien gibt 😉

erster halt: oud beersel.

irgendwie eine sehr sympathische, weil kleinere und intimere location.

probiert haben wir: oude geuze (alkohol: 6,5%)

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fruchtig und herb, für meinen geschmack geht da aber in sachen säure noch mehr 😛 hier waren auch international brewer ;), die sauerbiere im stil der lambics brauen, vertreten (u.a. aus norwegen, italien, den usa). eins haben wir probiert, das black acid der lervig aktiebryggeri aus norwegen. krasses geschmackserlebnis 😀

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so nen mix aus röstigem malz und säure hab ich noch nie geschmeckt – hatte was; ich kam da aber erst nach ein paar schlücken rein 😉 alkohol: 8,5%.

nächster halt: boon.

die atmosphäre hier fand ich sehr cool – ein großer platz mit mehreren bars und bänken (in der sonne, juhu!), dahinter noch ne riesengroße halle mit ner speziellen verkostungsbar – hier haben sich dann die geuze-nerds getroffen und die biere auseinandergenommen 😉

probiert: das besagte megablend

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das ging schon eher in meine richtung – schön sauer, gleichzeitig angenehm fruchtig. sehr, sehr lecker. das nächste war nicht ganz nach meinem geschmack: das duivelsbier

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schmeckte nach frischen kirschen, ansich ne feine sache, find ich. aber mir fehlte da irgendwie total die tiefe. es war (mir) zudem ein bisschen zu süß. 😉 dennoch interessant – auf ne komische art und weise 😀

die brauerei: bäm 😀 hier gab’s einiges zu gucken 😉

ach, guck, noch zwei bierchen 😉 meine beiden favoriten! ❤

zur linken: oude geuze mariage parfait. die nase erinnerte mich ein wenig an pfirsich, sehr geil. dann dachte ich: hoooffentlich nicht zu süß! und dann kam ein mega herrlicher, säuerlicher geschmack, dabei ordentlich trocken – so muss so ein bier für mich schmecken. zur rechten und ebenfalls ein burner: oude kriek. die mega kirschbombe, dabei aber null süß. allein für diese zwei biere hat sich der trip schon sehr gelohnt 🙂

letzter halt: lindemans.

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auch sehr geil, was die da aufgebaut haben. besonders cool: hier wurde gerade gebraut, während die leute da durchspaziert sind und sich das ganze angeguckt haben.

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es war voll heiß da drin – klar, guckt euch mal den riesigen koch-kessel an 😀

…echt beeindruckend. dachte daran, mir auch son teil in die küche zu stellen 😀

probiert haben wir zuerst: das spontan basil, da hat mikkeller mitgemischt 😉

ein basilikumbier hatte ich auch noch nicht 😉 man hat ihn tatsächlich geschmeckt, auch wenn mich der geruch zuerst an minze erinnert hat… schwer zu sagen, ob ich auf basilikum gekommen wäre, wenn ich’s nicht gewusst hätte. definitiv einen versuch wert – wenn es euch mal übern weg läuft – zugreifen! 😉

sodann: oude geuze (cuvée rené): ballert 🙂 seeeehr schöne säure 🙂

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zum abschluss sozusagen der abschuss – zumindest in sachen säure 😀 das blossom

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hier wurde holunder mit verarbeitet. dieses bier zieht einem echt… keine ahnung, aber irgendwas zieht’s einem aus 😀 ordentlich lecker! 🙂

das besucherzentrum hab ich jetzt nicht für euch geknipst, aber für lambic-interessierte sicherlich ne gute adresse, um infos zu sammeln – und die ein oder andere sorte zu probieren. 🙂

alles in allem: ein sehr cooler minitrip, der viel zu schnell vorbei war. in zwei jahren wieder am start – wer kommt mit? 😉

tschüss, ihr herzchen! ❤

euer hopfenmädchen

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