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hopfenpflanzen im eigenen garten – teil 2: ernte, verwendung beim brauen, lagerung und rückschnitt

gut eine woche ist es jetzt her, dass wir unser grünhopfenbier gebraut haben – höchste zeit, den zweiten teil des hopfenbeitrags rauszuhauen 😉 – den ersten teil gibt es übrigens hier. anfang/mitte september ist so etwa die zeit, in der der hopfen geerntet wird – je nach sorte gibt es da aber auch kleine abweichungen. sind die dolden schööön groß und grün, können sie runter – braun sollte man sie nicht werden lassen.

ernte

wir haben die sorten comet und tettnanger sowie die zwergensorte gimmli. leider war die ausbeute beim tettnanger nicht gut – er wurde dann doch noch von spinnmilben belagert. blöde biester. naja – gibt einige punkte, die wir im nächsten jahr verbessern können – learning by doing eben 😉 der comet hat einiges an dolden gebracht und das hopmodel unter allen sorten war der zwerg 😀 man bekommt hier kaum infos darüber, wie er sich im bier macht. wir hatten ein paar erntehelfer am start – danke noch mal, an dieser stelle 😉 – anfangs meinten sie, der gimmli würde unspektakulär grasig riechen; ab einer bestimmten wuchshöhe kam dann aber doch die meldung: juhu, hat doch ein sehr schönes aroma! währenddessen standen wir übrigens aufm dach und haben uns um comet und tettnanger gekümmert –  deren aroma war äußerst dufte! 😉

bei der ernte wichtig: die dolden sollten möglichst ganz bleiben. blätter natürlich nicht mit in den eimer ballern – und ebenso wenig die stiele. beim abzupfen ist also feingefühl angesagt(, männer ;))! teilweise wurde die ernte ein bisschen ungemütlich – wind und regen. aber so’n erntetag kann man sich dann nicht immer aussuchen – wir jedenfalls nicht. 🙂

verwendung beim brauen

unser hopfenerntetag war gleichzeitig auch brautag. braumeister plus selbstgebasteltes zweites system standen bereit, sodass wir direkt nach der ernte loslegen konnten. ein alt und ein ipa sollten bzw. sollen es werden und wir sind sooo gespannt, was dabei rauskommt 😀

der comet ist im ipa gelandet, gimmli und die kleine menge tettnanger im alt. ob das mit der menge an frischhopfen so funktioniert hat, wird sich auch noch zeigen; was das verhältnis angeht, findet man sehr viele verschiedene angaben, also mal schauen 😉 der brauvorgang hat jedenfalls bestens funkioniert und auch was die gärung angeht, können wir nicht meckern.

lagerung und rückschnitt

ausprobiert haben wir auch in sachen lagerung. einen teil des übrig gebliebenen hopfens haben wir getrocknet – drei stunden bei 50 °c, die backofentür einen spalt offen gelassen – und anschließend eingefroren; ein anderer teil ist direkt in den gefrierschrank gewandert. beide lagerungsvarianten sind angeblich möglich; was uns besser gefällt, werden wir dann wohl bei nem weiteren brautag feststellen 🙂

beim gimmli wurden die dolden einfach so von den ranken gepflückt, ist ja von der höhe her machbar 😉 so kann die pflanze bis zum rückschnitt im winter noch ein bisschen energie tanken. bei den großen sorten lässt man einen nicht zu kleinen teil stehen. im november werden dann alle hopfis deutlich zurück geschnitten. sie können problemlos draußen überwintern; je nachdem wie kalt es wird, packen wir die bottiche von tettnanger und comet vielleicht etwas ein – wenn es so weit ist, werde ich berichten. 🙂

noch ein paar zeilen zur düngung und schädlingsbekämpfung

zwei punkte noch, die wir während der letzten monate gelernt haben: der dünger mit brennnesseljauche war nicht ausreichend – zwischendurch hat der comet schlappgemacht; er hat blätter verloren und sah irgendwie schwach aus. ich hab also hopfendünger gekauft in der hoffnung, er würde sich dadurch wieder machen – hat er; schon nach einigen tagen hat er gleich neue blätter gebildet und keine mehr verloren 🙂 im nächsten jahr werden wir den pflanzen also direkt eine ladung dünger verpassen und nach 8 wochen noch eine zweite.

punkt zwei: schädlingsbekämpfung. hab euch ja im ersten teil erzählt, dass wir die blattläuse mit einem entsprechenden mittel in den griff bekommen haben; die viecher kamen auch nicht wieder (hatten dann aber auch ordentlich marienkäfer am start, die sie gesnackt haben ;)). die spinnmilben erkennt man leider häufig erst dann, wenn sich der befall schon deutlich ausgebreitet hat. wir waren gerade dann auch im urlaub und naja… too late. braune flecken auf den blättern (dachten zuerst, da wär die hitze schuld gewesen…), irgendwann dann die typischen spinnfäden und dann sieht man auch die vielen kleinen orangenen punkte – die milben eben. blöderweise habe ich nicht daran gedacht, die kleinen spacken für euch zu fotografieren. naja jedenfalls: da hätte ne weitere behandlung mit dem mittel geholfen. auch darauf werden wir im nächsten jahr frühzeitig achten. wie anfällig der hopfen für schädlinge ist, ist übrigens unterschiedlich: der tettnanger kriegt zum beispiel eher spinnmilben, als der comet.

wie die beiden biere geworden sind, lass ich euch natürlich wissen; ein bisschen dauert es aber noch. 🙂

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tschüss, ihr herbstblättchen! ❤

euer hopfenmädchen

 

Ein Kommentar zu „hopfenpflanzen im eigenen garten – teil 2: ernte, verwendung beim brauen, lagerung und rückschnitt

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